Wunder im Vorfeld

Als ich im September vor zwei Jahren in meine jetzige Gemeinde wechselte, hatte ich das Gefühl, dass es wohl nur für zwei Jahre sein wird. Später begleitete mich dieses Gefühl immer mal wieder, hatte aber meine Gemeinde so liebgewonnen, dass ich mir auch gut vorstellen konnte, ewig dort zu bleiben. Und ohne das ich es geplant hätte oder bewusst suchte, ist es nun tatsächlich so, dass ich mein Herz seit September (genau zwei Jahre später) ein Stück an Halle-Neustadt verloren habe und meine jetzige Gemeinde das Opfer bringt, bisher schon ein bisschen auf mich zu verzichten und ab März dann größtenteils. Wie froh und dankbar bin ich für diese tolle Gemeinde und für ihre Bereitschaft mich zu senden.

 

 

Ein Zweites, was mir den Weg nach Halle-Neustadt bestätigte, war ein Stadtbummel in Halle im Sommer. Ich war auf der Durchreise zu meiner besten Freundin in den Urlaub und machte bei einem Freund in Halle Zwischenstopp. Nicht mal für 24h war ich in Halle, wurde aber die ganze Zeit von dem eigenartigen Gefühl begleitet, dass ich nach Hause gekommen bin, dass es ein Ort ist, an den ich gehöre. Das wiedersprach eigentlich meiner gesamten Wahrnehmung, hatte ich bisher Halle oder ganz Sachsen-Anhalt als eher nicht so schön abgespeichert und nun war ich begeistert und fühlte mich innerlich gezogen. Ich bin mir im Nachhinein ziemlich sicher, dass Gott wusste, dass er mich für Halle schwer gewinnen kann, wenn er es mir nicht durch seine Augen schon vorher im Sichtbaren zeigt.

 

 

Alle guten Dinge sind drei: Wie jedes Jahr musste auch in diesem Jahr mein Holzvorrat für den Winter aufgefüllt werden. Da damit immer viel Arbeit verbunden ist, war es bei mir bisher gang und gebe, Holz erst zu kaufen, wenn es kalt wurde. Doch in diesem Jahr waren zwei Dinge anders, ich schichtete mein Holz mitten im Sommer und ich hatte ein paar Ster Holz weniger gekauft. Mein Holzlieferant meldete sich in diesem Jahr so häufig im August, dass ich nicht anders konnte, als ihm zuzusagen, allerdings wusste ich damals aus einem Empfinden heraus, dass ich nicht für die ganze Heizsaison Holz brauchte und habe nur eine bestimmte Anzahl an Ster gekauft. Wie es aussieht, scheint es genau bis Februar aufzugehen. Ich weiß noch als ich an einem heißen Tag das Holz schichtete da dachte ich: „Gott irgendwas musst du dir dabei gedacht haben, dass ich in dieser Hitze schufte!“ Als ich dann Feuer und Flamme für Halle-Neustadt war, hatte ich das Gefühl, dass Gott mir sagt: „Antje, ich wollte das du deinen Ofen nochmal genießt!“ Da Gott uns ja besser kennt, als wir uns selbst, wusste er, ich hätte nachdem ich von Halle-Neustadt gewusst habe, nie mehr soviel Geld für Holz ausgegeben.