Meine Küche

Bei einem Umzug gibt es ja so manche Herausforderung. Klar war, meine alte Küche würde niemals in Halle gehen. Sie bot zu wenig Platz, der Herd war eigentlich schon seit Jahren kaputt und ich hatte versucht mit seinen Macken zu leben, und die nur offene Küche brachte viel Putzen und Unordnung mit sich… Aber wo sollte ich eine neue Küche finden, die genau zu mir passte und in der ich mich wohlfühlte?

 

Irgendwie wusste ich, dass ich sie selber nicht finden kann, aber Gott wusste ja genau, wo er sie hingepflanzt hatte, also würde ich mich auf ihn verlassen. Naja vielleicht kennt ihr das ja, dass man sich eigentlich auch ihn verlassen will, aber dann doch noch selbst einen Plan schustert und so ergab sich, dass ich zufällig eine Bekannte ganz in der Nähe von Halle hatte, die in einem Küchenstudio arbeitet und sie bat ich mir zu helfen. Später musste ich mich bei ihr entschuldigen, da ich nun durch Gottes Hilfe meine „perfekte“ Küche gefunden hatte und ihre nicht mehr wollte. Also manchmal sollte man einfach keinen Plan B machen und alles auf eine Karte setzen.

 

Wie geschah nun das Wunder? Zwischen Weihnachten und Silvester war ich in München im IKEA schoppen und als ich es verlassen hatte, entdeckte ich ein Möbelhaus, in dem ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gewesen war und hatte den Impuls, dort hineinzugehen.

 

Als ich im Eingangsbereich schon die Preise der verschiedenen Möbel wahrnahm, beschloss ich nicht die obere Etage zu besuchen, sondern eben nur schnell mal unten durchzugehen. Als ich wieder draußen war und einen kleinen Umweg machte, war deutlich der Impuls da, doch auch noch die obere Etage anzuschauen. Also ging ich nochmal hinein um auch die obere Etage zu besichtigen. Und da stand sie: meine Küche. Das Wunder war geschehen. Und plötzlich purzelten noch mehr Wunder dazu. Als ich die Mathematik anwendete merkte ich, die kann ich ja auch bezahlen (eigentlich ungewöhnlich für dieses Möbelhaus) und ich blieb sogar unter meinem geplanten Budget. Jedes Möbelstück hatte seine eigene Arbeitsplatte so, dass ich keine Arbeitsplatte von vier Metern mit Straßenbahn oder mit meinem kleinen VW-Fox transportieren musste. Ich wusste, brauche ich noch mehr Möbel, kann ich einfach welche nachkaufen, Arbeitsplatten dazu kleben, sehe nicht so schön aus. Falls ich irgendwann nochmal umziehen sollte, könnte ich die Möbel in einer anderen Küche einfach anders hinstellen und hätte einfach gleich wieder die Arbeitsplatte schon wieder mit dabei. Das wohl wichtigste und schönste Argument, das Gott mein Herz besser kennt, als ich selbst. Eigentlich wusste ich überhaupt nicht wirklich wie mir eine Küche gefallen würde und was sie alles bräuchte, damit ich sie schön finde. Aber Gott kennt mich und er wusste, womit er mir eine Freude machen kann. Vor einigen Jahren hatte ich in einem Puppenhaus die Küchenmöbel mit einem Gitter versehen, weil mir das schon immer irgendwie gefiel. Nun habe ich eine echte Küche mit Gitter, in Holz und einer tollen Farbe. Ich selbst hätte diese Wünsche nie in meinem Herzen ausgraben können. Der einzige Satz den ich immer wieder von meinen Freunden gehört habe  ist, dass sie die Küche natürlich schön finden, aber vor allem: „Antje, die passt zu dir!“ Wie gut, dass Gott unser Herz besser kennt, als wir uns selbst. Zum Abschluss vielleicht noch: von dem Möbelhaus wo ich war gibt es in Deutschland nur in München eins, acht andere stehen zwar noch in Deutschland verteilt, haben aber keine Möbel sondern nur Dekoartikel und ich war in dem einzigen Möbelhaus in Deutschland um die Küche zu finden, die meinem Herzen entspricht. 😊