Ratte im Müll

Auf meinen Fußwegen durch Halle-Neustadt begegnen mir die sonderbarsten Sachen so z.B. gestern Morgen eine Ratte. Ich lief an einer Tüte mit Müll vorbei und entdeckte, dass die Tüte sich bewegte. Natürlich war meine Neugier angestachelt und ich wartete bis ich das Gesicht des Tieres sah. Eine Ratte. Irgendwie passte es zu der Aufgabe, die an diesem Tag vor mir lag. Müll beseitigen. Da wo Müll ist, halten sich Ratten auf, wo er aber beseitigt ist, können sich die Ratten auch nicht halten. Insofern ist es dann auch wieder eine Verheißung.

Aber manchmal ist es schon auch ganz schön kräftezehrend den Müll zu beseitigen. Letzte Woche Donnerstags Abend stand ich in einem Laden beim Einkauf und überlegte, was ich mir noch gutes Tun könnte, nach diesem herausfordernden Tag und ich hatte dabei den Gedanken: „Was mir wirklich helfen würde ist, mit Menschen über das zu sprechen, was mich gerade bewegt.“ Nicht nur mal über eine Mail, oder am Telefon, oder....sondern in echt. Doch natürlich war das in dem Moment sehr unrealistisch. Halle hat 241.000 Menschen und ich bin erst seit zwei Monaten da und kennen nur sehr, sehr wenige Menschen. So kaufte ich mir ein paar Dinkelkräcker (Mittagessen und Abendbrot zu gleich) und dachte das ist ja schon mal ein Anfang.

Als ich auf dem Marktplatz ankam, war die Chance jemanden zu treffen, der auch noch Zeit hat, wohl gleich null. Doch mitten in der Stadt kam Christian angeradelt, nahm sich ca. zwanzig Minuten Zeit, mir aufmerksam zuzuhören und bevor er sich auf den Heimweg zu seiner Familie machte, kam Dorisz, eine mir schon liebgewordene Freundin und meinte sie hätte jetzt eigentlich den ganzen Abend Zeit für mich. Ich glaube die nächste Stunde habe ich sie wohl erstmal unterhalten.  😊 Ich war richtig berührt von Gott, der mein Bedürfnis mich auszutauschen ernstnahm und sich einfach auf diese Art und Weise ganz liebevoll nach einem harten Arbeitstag um mich kümmerte. So lag ich an diesem Abend sehr glücklich und beschenkt in meinem Bett.