Begegnungen

Erst heute morgen begegnete ich einem Nachbarn der schon seit 50 Jahren in meiner Nachbarplatte wohnt. Er meinte, ich sei ja die Neue, ob ich mich schon eingelebt habe. Er war ziemlich erstaunt über mich und meinte ob ich nicht schon wieder wegziehen wolle. Die Leute hier wären anders als ich. Ich würde die Leute begrüßen, dass wäre sehr ungewöhnlich, außerdem wäre ich freundlich, fröhlich und aufgeschlossen, so wären die Menschen hier nicht. Wir sprachen noch ein bisschen miteinander. Ich fragte ihn, ob es früher anders war, er verneinte, da waren nur die Kinder da und die schlugen die Brücken zu anderen Kindern und Familien. Ich lud ihn auf einen Kaffee ein, doch er verneinte. Leider! Ich hätte so gern was aus seinem Fundus über Neustadt kennengelernt.

 

Vor kurzem belud ich mein Auto und wurde gefragt ob ich schon wieder ausziehen würde, ich meinte: „Nein“. Auch von einigen Anderen wurde ich angesprochen, ob ich noch hierbleiben wolle oder sie würden mal abwarten, wie lange ich bleibe. Ich finde das doch ziemlich spannend, habe ich doch eher das Gefühl das ich noch im hohen Alter hier lebe. Ein bisschen bin ich immer noch am Einrichten. Habe ich gestern erst noch einen Spiegel gekauft. Aber vielleicht macht das die Perspektivenlosigkeit diese Ortschaft am Deutlichsten, wer die Chance hat, sollte ausreisen. Für alle anderen ist es wohl eher hoffnungslos. Aber ich bin hier mit Perspektive, für mein Leben und für die Menschen um mich herum, ja diesen Blick muss ich mir manchmal in aller Trostlosigkeit erkämpfen, aber ich weiß, Gott hat Hoffnung und Zukunft.