Mein Versuch einen Artikel zu schreiben

 Irgendwie hatte ich die Idee mit einem Artike in der Zeitung meinem Stadtteil eine Freude zu machen und vielleicht kommt er ja auch noch in igrendeiner Form heraus, aber gerade wohl noch nicht.

Hier also für die Leute, die ab und zu auf meiner Seite nachschauen.

 

„Das kann doch nicht wahr sein!“, „Was soll das?“ diese Sätze gingen mir durch den Kopf, als ich in meinem Schlafzimmer stand und ein Nachbar mit seiner Taschenlampe schon seit geraumer Zeit zu mir hineinleuchtete. Mit zäher Geduld wechselte er zwischen meinem Fenster und der Straße immer wieder hin und her. „Das kann einem auch nur in Halle-Neustadt passieren!“ dachte ich mir und ließ die Jalousien herunter. Von einem Mann der nachts Feuerwerkskörper auf meinem Balkon zündete bis hin zu Schlägeandrohungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln hatte ich seit meinem Zuzug vor 1 ½ Jahren aus einer beschaulichen Stadt in Niederbayern schon so einiges erlebt.

Aber ich kenne auch ein anderes Halle-Neustadt. Schon an einem meiner ersten Schnupperwochenenden lud mich eine Frau zu einer Tasse Tee ein, ich hatte ihr nur kurz bei etwas geholfen. Menschen aus meiner Nachbarschaft halten mir die Tür auf oder helfen mein Auto auszuräumen. Sie nehmen Päckchen für mich an und öffnen mir den Müllcontainer. Sie suchen für mich passende Schrauben oder pumpen Luft auf meine Reifen. Sie grüßen mich, laden mich zu sich nach Hause ein oder vertrauen mir sogar ihren Wohnungsschlüssel an. Sie nehmen mich mit zu einer Sportaufführung oder laden mich zu ihrem Geburtstag ein. Sie beschenken mich mit Suppe und Erdbeeren und überraschen mich mit anderen netten Gesten.

Und dann klopft es plötzlich an meiner Wohnungstür. Nette Plattenmitbewohner informieren mich darüber, dass ich wieder einmal vergessen habe das Licht an meinem Auto auszumachen. Sie hatten mitbekommen, wie ich vor einiger Zeit schon einmal den Pannenhilfedienst rufen musste - aus genau demselben Grund, wie peinlich... So ging ich zu meinem Auto. Plötzlich dämmerte mir: Der dreiste Nachbar, der die ganze Zeit in mein Schlafzimmer geleuchtet hatte, war eigentlich ein netter Nachbar, er hatte mit stoischer Ruhe versucht mir deutlich zu machen: „Junge Dame, an Ihrem Auto brennt noch Licht!“ Deshalb hatte er mit seinem Lichtkegel immer wieder zwischen meinem Schlafzimmerfenster und der Straße hin und her geschwenkt. Wieder entdecke ich: Ich wohne gerne in Halle-Neustadt.